Chemotherapie: Was ist das?

Quelle: Dt. Krebsgesellschaft

 

Chemotherapie nennt man die Behandlung mit Medikamenten, um Krebszellen abzutöten oder unter Kontrolle zu halten. Diese Medikamente nennt man „Zytostatika, Antikrebsmedikamente, Antitumor-medikamente oder Chemotherapeutika“. Die Verabreichung der Medikamente kann in Form von Tabletten, in Form von subcutanen Injektionen (Injektionen unter die Haut) oder in Form von Injektionen in die Venen erfolgen (Spritzen,Infusionen). Je nach den Erfordernissen behandelt man mit einzelnen Medikamenten alleine, mit Kombinationen mehrerer Medikamente oder mit Kombinationen aus Medikamenten und einer Bestrahlungsbehandlung.

Unter einer sogenannten „adjuvanten Chemotherapie“ versteht man eine medikamentöse Behandlung zusätzlich zu seiner anderen Krebsbehandlung (z. B. Operation, Bestrahlung). Es handelt sich dabei um eine vorbeugende Maßnahme, um die operative oder strahlentherapeutische Behandlung zu unterstützen und restliche Tumorzellen zu zerstören.

 

Woher stammen Zytostatika?

Häufig wird die Therapie von Krebskrankheiten als „die Behandlung mit der chemischen Keule“ bezeichnet. Diese Einschätzung ist insofern falsch, als die meisten Zytostatika aus Pflanzen und Pilzen (Bakterien) gewonnen werden, also „natürliche“ Stoffe sind.

 

Der Ablauf der Chemotherapie 

Alle Antikrebsmedikamente wurden entwickelt, um auf Krebszellen zu wirken. Leider entfalten sie ihre Wirkung auch gegenüber normalen Körperzellen. Die Wirkung auf normale Zellen führt zu den unerwünschten Nebenwirkungen. Die häufigsten Nebenwirkungen betreffen das Knochenmark (wo das Blut gebildet wird), die Haare und den Gastrointestinaltrakt (Mundhöhle, Speiseröhre, Magen, Darm). Diese Körpergewebe bestehen aus rasch wachsenden und sich immer wieder schnell selbst erneuernden Zellen und werden daher durch Chemotherapeutika zuerst betroffen. Oft werden diese Nebenwirkungen von den Patienten als sehr beeinträchtigend empfunden, sie sind aber nicht unerwartet und es gibt sehr wohl Mittel und Wege, um sie abzumildern oder erträglicher zu machen. Es ist aber wichtig für Sie zu bemerken, wann es sich um ernsthaftere Nebenwirkungen handelt, damit Sie dann Ihren Arzt aufsuchen. Es ist auch wichtig zu wissen, dass manche Patienten überhaupt keine Nebenwirkungen verspüren. Sie können einmal, niemals oder häufiger unerwünschte Nebenwirkungen während der Behandlung bekommen.

Patienten, die während eines Chemotherapiezyklus Nebenwirkungen erfahren, müssen im nächsten Zyklus keine Nebenwirkungen bekommen, oder es ergeben sich gänzlich andere Nebenwirkungen. Es ist für Sie wichtig zu wissen, wie lange die chemotherapeutische Behandlung in der Ambulanz oder der stationäre Aufenthalt dauert. Die reine Behandlungszeit reicht von wenigen Minuten bis zu mehreren Tagen.

Die meisten Behandlungen erfolgen ambulant und dauern nur wenige Minuten. Einige Therapien erfordern aber eine kurze stationäre Behandlung andere wiederum bis zu Wochen dauernde stationäre Behandlung. Die Dauer Ihrer speziellen Behandlung hängt von Ihrer Erkrankung ab und wird Ihnen von Ihrem Arzt mitgeteilt.

Die Chemotherapie wird selten kontinuierlich gegeben. Einer Behandlung von einem oder mehreren Tagen folgen 2-4 Wochen, in denen sich der Körper (d. h. die normalen Gewebe) von den Nebenwirkungen erholen kann.

 

 

Nebenwirkungen der Chemotherapie 

Wegen der Wirkung der Chemotherapeutika auf den Magen-Darm-Trakt und das Brechzentrum des Gehirns kann unter der Behandlung Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen auftreten. Ihr Arzt kann Ihnen Medikamente verschreiben, die diese Symptome mildern oder ganz verhindern. Nach Einführung neuer Mittel ist das Erbrechen heute weitgehend vermeidbar. Diese Medikamente gegen mögliche Übelkeit und Erbrechen wird Ihnen Ihr Arzt vor der Chemotherapie als Spritze oder Tablette geben. Heute kann die Übelkeit durch neu entwickelte Medikamente bei der überwiegenden Mehrzahl der Patienten erfolgreich behandelt werden.

Es ist von großer Wichtigkeit eine gut ausgewogene Diät einzuhalten. Wenn Sie keine feste Nahrung zu sich nehmen können, dann nehmen Sie so viel wie möglich flüssige Kost zu sich. Fruchtsäfte, Tee, klare Brühe, Haferschleimsuppe, Pudding und Brei werden gut vertragen. Kleine Mahlzeiten wie Zwieback oder Toastbrot sind gut verträglich.

Wenn Sie 48 Stunden nach der Chemotherapie immer noch erhebliche Probleme mit der Nahrungsaufnahme durch Erbrechen haben, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Eventuell sollten Sie eine hochkalorische eiweißreiche Flüssigkost versuchen, die Sie in der Apotheke kaufen können. Falls Sie eine spezielle Diät wegen einer anderen Erkrankung einhalten müssen, z. B. eine Diabetesdiät oder eine Nierenschonkost, müssen Sie das natürlich mit Ihrem Arzt besprechen.

Eine flüssige Diät kann leicht aufgenommen werden und ist besonders ratsam für Patienten, die keine feste Kost vertragen. Es gibt zwei Arten von Flüssigkost: die klare Flüssigkost und die Vollflüssigkost.

Unter klarer Flüssigkost versteht man z. B. klare Kraftbrühe, Gemüsesuppe, frisch gepresste Fruchtsäfte und andere Getränke. Diese Kost enthält nicht genügend Eiweiß, Vitamine und Spurenelemente. Sie sollte daher nicht über längere Zeit als alleinige Nahrung eingenommen werden.

Die Vollflüssigkost enthält über die eben geschilderte Kost hinaus Milchgetränke, Grießbrei, Reisbrei, Eierspeisen, Speiseeis, Fruchtsäfte jeglicher Art, Gemüsesäfte und Suppen.

VORSICHT: Säurehaltige Fruchtsäfte und kohlesäurehaltige Getränke müssen bei entzündeter oder wunder Schleimhaut des Mundes, der Speiseröhre und des Magens gemieden werden.

Die Breikost setzt sich aus durchgemahlenen Lebensmitteln zusammen, die leicht geschluckt und verdaut werden können. Falls Sie Schwierigkeiten mit dem Kauen und Schlucken wegen allgemeiner Schwäche oder wunder entzündeter Stellen im Mund oder Hals haben, wird die pürierte Kost von großem Nutzen für Sie sein.

Die Mahlzeiten der pürierten Diät enthalten alle oben erwähnten Speisen sowie zusätzlich Eier, gemahlenes Fleisch oder Fisch, Käse, Kartoffelbrei, gekochtes und gemahlenes Gemüse. Pürierte Speisen können selbst mit einem Mixer zubereitet werden oder in Form von Babynahrung als Fertiggerichte erworben werden. Wenn Sie es vertragen, können Sie auch püriertes Huhn oder Fleisch in Cremesuppen zugeben und so eine Mahlzeit zubereiten.

Die Schonkost-Diät besteht aus Lebensmitteln mit etwas festerer Konsistenz, die aber nicht scharf gebacken oder gebraten sein sollten. Weichgekochtes Fleisch, Fisch und Gemüse sind geeignet. Rohes Gemüse und Salat sollten Sie meiden.

Vor der Chemotherapie sollten Sie eine kleine leichte Mahlzeit zu sich nehmen. Falls es notwendig ist, wird Ihnen Ihr Arzt Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen verordnen. Einige Medikamente werden besser nach einer kleinen Mahlzeit vertragen, einige dagegen besser auf leeren Magen.

Bei bestimmten Behandlungen ist es am günstigsten, die Tabletten vor dem zu Bett gehen einzunehmen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wann es für Sie am günstigsten ist, Ihre Chemotherapie-Tabletten einzunehmen. Es ist schwierig zu sagen, wie lange - wenn es überhaupt auftritt - das Gefühl der Übelkeit und das Erbrechen nach der Chemotherapie dauert. Dabei gibt es große Unterschiede, die von dem einzelnen Patienten und auch von der Art der Chemotherapie abhängig sind. Nehmen Sie so bald als möglich kleine Schlucke Flüssigkeit zu sich und versuchen Sie kleine leicht verdauliche Speisen zu sich zu nehmen, bis Sie 24 Stunden kein Erbrechen und keine Übelkeit mehr haben. Nehmen Sie viele kleine Mahlzeiten statt der üblichen drei großen Mahlzeiten zu sich. Eine Tasse Suppe oder ein Milchgetränk sind als kleine Mahlzeit durchaus ausreichend.

Wenn Sie ein Mittel gegen Erbrechen verschrieben bekommen haben, nehmen Sie es wie es Ihnen verordnet wurde. Eventuell sollten Ihnen diese Mittel in Form von Zäpfchen verschrieben werden, wenn Sie es nach der Einnahme wieder erbrechen. Suchen Sie unbedingt Ihren Arzt auf, wenn das Erbrechen in stärkerer Form länger als 24 Stunden anhält.

 

Nebenwirkungen auf Mund und Hals 

Während und nach der Chemotherapie sollten Sie nie ohne vorherige Absprache mit Ihrem Arzt den Zahnarzt aufsuchen. Entzündungen und schadhafte Zähne sollten möglichst vor Beginn der Chemotherapie saniert werden. Eine sorgfältige Mundhygiene ist unter der Behandlung erforderlich. Von der Mundhöhle können nämlich leicht Infektionen ausgehen. Sie sollten Ihre Zähne während der Behandlung nicht bürsten, sondern mehrfach täglich gründliche Mundspülungen mit einem Mundwasser durchführen. Bei einigen Behandlungen können Sie jedoch Ihre Zähne wie üblich bürsten. Sie sollten Ihren Arzt fragen, was für Sie zutrifft. Wenn es beim Zähneputzen aber zu häufigem Zahnfleischbluten kommt, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Viele Chemotherapeutika wirken auf die Mundschleimhaut und führen zu einer Rötung, die schmerzhaft sein kann. In einigen Fällen kann es auch zu flachen Schleimhautgeschwüren kommen. Man nennt das eine „Stomatitis“.  Solch eine „Stomatitis“ kann auch im Rahmen eines Virusinfektes vorkommen. Wenn Sie eine Stomatitis bekommen, suchen Sie Ihren Arzt auf. Er kann Ihnen dann Medikamente verschreiben, die die Schmerzen lindern, bis die Schleimhautverände-rungen wieder abgeheilt sind. Eine Schonkost aus Milchprodukten wird während dieser Zeit meist gut vertragen. Nach jeder Mahlzeit sollten Sie sorgfältig den Mund mit der vom Arzt verordneten Spüllösung ausspülen.

 

Nebenwirkung Durchfall 

Wenn Sie Durchfall bekommen, essen Sie kleine, leicht verdauliche Mahlzeiten. Außerdem sollten Sie viel Flüssigkeit zu sich nehmen. TrinkenSie mindestens 2-3 Liter pro Tag. Vermeiden Sie faserreiche Lebensmittel wie frisches Obst, Gemüse und Fruchtsäfte. Auch rohes Gemüse, fette Lebensmittel, Zitrussäfte, kalte Getränke und gekühlte Lebensmittel sind ungeeignet. Wenn die Durchfälle länger als 24 Stunden anhalten oder Sie Schmerzen und Krämpfe dazu bekommen, suchen Sie den Arzt auf. Auf der anderen Seite verursachen einige Chemotherapiemittel Verstopfung (Ihr Arzt wird es Ihnen mitteilen, falls Sie ein derartiges Medikament erhalten sollten). Sie sollten dann Ihre Nahrung mit Ballaststoffen anreichern, z. B. Weizenkleie, Obst und Gemüse. Benachrichtigen Sie Ihren Arzt, wenn Sie länger als 3 Tage keinen Stuhlgang hatten!

 

Nebenwirkungen auf das Knochenmark 

Eines der Körpergewebe, die sich am schnellsten selbst erneuern, ist das Knochenmark. Das Knochenmark bildet die drei wichtigsten Bestandteile des Blutes: rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen. Die roten Blutkörperchen transportieren den lebensnotwendigen Sauerstoff im Körper. Die Blutplättchen sorgen dafür, dass  z. B. bei einer Schnittverletzung die Blutung zum Stillstand kommt. Die weißen Blutkörperchen dienen der Bekämpfung von Infektionen. Eine große Anzahl von Chemotherapiemitteln kann vorübergehend die Fähigkeit des Knochenmarks,  die wichtigen Blutbestandteile zu bilden, herabsetzen. Es kommt dann zur Verminderung von einem, zweien oder allen dreien dieser verschiedenen Blutkörperchen. Wenn dies geschieht, können folgende Symptome auftreten:

 

Verminderung der roten Blutkörperchen (Anämie)

Die roten Blutkörperchen transportieren den Sauerstoff durch den ganzen Körper. Wenn die Zahl dieser Zellen vermindert ist, fühlt man sich müde, schwach und ist körperlichen Anstrengungen nicht mehr so gut gewachsen.  Sollte dies bei Ihnen auftreten, wird Ihr Arzt Ihnen ambulant eine Bluttransfusion oder in besonderen Fällen ein Hormon (Erythropoietin), das die Bildung roter Blutkörperchen anregt, geben. Beim Auftreten derartiger Symptome sollten Sie daher unverzüglich am nächsten Tag Ihren Arzt aufsuchen und nicht erst den nächsten vereinbarten Termin abwarten.

 

Verminderung der Blutplättchen 

Die Aufgabe dieser Blutzellen besteht darin, bei Verletzungen das Blut zur Gerinnung zu bringen und Blutungen zu vermeiden. Zeichen des Mangels dieser Zellen sind stärkere Blutungen als üblich nach Verletzungen, stärkere Nasen- und Zahnfleischblutungen, verlängerte und verstärkte Menstruationsblutungen, Blut im Stuhl oder Urin. Als Zeichen der Blutungsbereitschaft können viele kleine rote nadelstichartige Flecken  (Petechien) speziell an den Armen und Schienbeinen auftreten.

Ein schwerer Mangel an Blutplättchen kann mit speziellen Transfusionen behoben werden. Wenn Sie die oben genannten Symptome bemerken,  sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt anrufen. Er entscheidet dann, ob eine derartige Transfusion notwendig ist.

 

Verminderung der weißen Blutkörperchen 

Wenn die Zahl der weißen Blutkörperchen vermindert ist, sind Sie anfälliger für Infektionen. Die ersten Anzeichen einer behandlungsbedürftigen Infektion sind Temperaturen über 38°C oder Schüttelfrost. Bei Fieber über 38°C, schwerer Erkältung, schwerer Halsentzündung, Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen oder anderen Symptomen einer schweren Infektion sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Um Infektionen zu vermeiden, sollten Sie den Umgang mit erkälteten oder an einer ansteckenden Krankheit leidenden Menschen meiden und große Menschenansammlungen auf engem Raum (z. B. überfüllte Straßenbahn).

Wichtig sind außerdem eine ausreichende Hygiene, häufiges Händewaschen und die bereits erwähnte Mundpflege. Es ist wichtig für Sie zu wissen, über welche Kontaktadressen (Adresse und Telefonnummer ) rund um die Uhr ärztliche Hife für Sie zu erreichen ist. Fragen Sie Ihren Arzt danach.

 

Üblicherweise ist die Beeinträchtigung der Blutzellen durch die Chemotherapie nur kurz und vorübergehend. Das Knochenmark wird nur in wenigen Fällen so beeinträchtigt, dass die oben genannten Symptome auftreten. Zur Vorbeugung und Kontrolle werden unter der Behandlung von Ihrem Arzt regelmäßig Blutbildkontrollen durchgeführt.

 

Nebenwirkung Haarausfall

Da die Chemotherapie auf schnell wachsende Zellen wirkt und die Zellen, die die Haare bilden, zu diesen Zellen zählen, kann es zu Haarausfall kommen. Nicht alle Zytostatika führen zu Haarausfall. Die Zeitdauer, bis es nach einer zytostatischen Therapie zum Haarausfall kommt, ist unterschiedlich. Sie kann bis zu vier Wochen betragen. Die Haare wachsen nach Abschluss der Behandlung wieder nach. In einigen Fällen beginnt der Haarwuchs schon wieder während der Behandlung.

Wenn Sie während der Zeit des Haarverlustes eine Perücke tragen möchten, kann Ihr Arzt bei Ihrer Krankenkasse einen Antrag auf Kostenerstattung für diese stellen, so dass Ihnen hierdurch keine Kosten entstehen. Der Haarausfall betrifft auch die übrige Körperbehaarung, Augenbrauen, Bart und Schambehaarung.

 

Verlust der Menstruation (Monatsblutung) 

Die Chemotherapie kann auch die Menstruation beeinflussen. Sie sollten Ihren Arzt über Ihren normalen Menstruationszyklus unterrichten und Veränderungen unter der Chemotherapie mitteilen. Dabei könnten Sie auch eventuell auftretende Fragen besprechen.

 

Nebenwirkungen auf die Sexualität 

Die Chemotherapie kann auch Ihr Sexualleben beeinträchtigen. Fragen wie Geburtenkontrolle, Fruchtbarkeit und Sexualfunktion sollten Sie offen mit Ihrem Arzt besprechen.

Es ist wichtig, daß Sie unbedingt durch Verhütungsmaßnahmen dafür sorgen, dass Sie während oder kurz nach Beendigung der Chemotherapie nicht schwanger werden bzw. kein Kind zeugen. Fragen Sie Ihren Arzt, wann Sie wieder über einen möglichen Kinderwunsch nachdenken dürfen.

 

Cortison und/oder hormonelle Nebenwirkungen 

Einige Chemotherapie-Kombinationen enthalten Steroide (Cortison) oder andere Hormone. Bekannte Nebenwirkungen dieser Medikamente sind Veränderungen der Stimmungslage, Appetitsteigerung, Schlafstörungen und Wassereinlagerungen. Wenn Sie eines dieser Symptome verspüren, teilen Sie dies Ihrem Arzt mit. Diese Begleiterscheinungen sind nur vorübergehend und verschwinden, wenn das Medikament abgesetzt oder in der Dosis reduziert wird.

 

Andere unerwünschte Nebenwirkungen

Einige Cytostatika führen zu Beeinträchtigungen der Nervenendigungen der Finger und Zehen und Füßen. Falls Sie ein Taubheitsgefühl oder „Kribbeln“  in den Fingern oder Zehen verspüren, sollten Sie dies Ihrem Arzt mitteilen. Gelegentlich kann auch eine Muskelschwäche unter der Chemotherapie auftreten. Auch diese Störungen sind vorübergehender Natur.

 

Generelle Regeln, die man während einer Chemotherapie beachten sollte:

 

  • Nehmen Sie keine fiebersenkenden Medikamente ein, wie z. B. „Aspirin“ oder „Paracetamol“. Da die meisten sogenannten Grippemittel fiebersenkende Substanzen enthalten, sollten Sie diese ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt nicht einnehmen. Ganz allgemein sollten Sie Ihrem Arzt mitteilen, welche Medikamente Sie regelmäßig oder bei Bedarf einnehmen. Das beinhaltet auch Schmerzmittel, Anti-Baby-Pille, Vitamine und sogenannte alternative Krebsmittel (Mistelextrakt, Eigenblutinjektionen usw.).
  • Halten Sie eine angemessene Diät ein. Nehmen Sie viel Flüssigkeit zu sich.
  • Benachrichtigen Sie sofort den Arzt oder die Klinik, in der Ihre Chemotherapie durchgeführt wird, wenn schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten, wie z. B. Fieber über 38°C, schwere Schmerzen, Luftnot oder Blutungen, die nicht innerhalb kurzer Zeit selbst zum Stillstand kommen. Sie sollten auch immer die Telefonnummer und Adresse des behandelnden Arztes bei sich tragen.
  • Kaufen Sie ein Fieberthermometer und messen Sie Ihre Temperatur, auch wenn Sie sich nicht fiebrig fühlen.
  • Messen Sie täglich zur gleichen Tageszeit Ihr Körpergewicht.
  • Patienten unter Chemotherapie sollten eine übermäßige Sonnenbestrahlung meiden.
  • Ob Sie alkoholische Getränke zu sich nehmen können, müssen Sie mit Ihrem Arzt besprechen.